
Welche Elemente machen nun im Wesentlichen diese Schutzfunktionen aus? Zunächst einmal muss betont werden, dass ein Übermaß an Kalorien die positiven Effekte zum Großteil wieder zunichte macht, da Übergewicht Entzündungsprozesse jeglicher Art im Körper begünstigt. Diese wiederum sind weit mehr an Krankheitsgeschehnissen beteiligt, als man noch bis vor kurzem angenommen hat.
Die gute Nachricht: Kurzzeitige „Exzesse“ wie ein schönes Fünf-Gänge-Menü scheinen eher „Trainingsreize“ zu setzen, die der Körper mit entsprechend positiven Reaktionen (Grundumsatzsteigerung, Wärmeproduktion, Aussendung anti-entzündlicher Botenstoffe) beantwortet.


Durch ein Mehr an Obst und Gemüse entsteht über ein größeres Nahrungsvolumen ein besseres Sättigungsgefühl mit nicht-dick-machenden Substanzen. Durch das Prinzip „5 am Tag“ werden dem Organismus idealerweise mehr Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe zugeführt. |
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Durch abwechslungsreiche Aufnahme des Hauptenergielieferanten Kohlenhydrate, in Form von verschiedenen Getreideprodukten und Kartoffeln, unterliegt der Insulinspiegel im Blut weniger starken Schwankungen, so dass dieses „Speicherhormon“ physiologischer „wirtschaftet“ (Stichwort „niedriger Glykämischer Index“). |
Die Fettzufuhr ist in südlichen Ländern seit Jahrtausenden charakterisiert durch einen extrem hohen Olivenölanteil (bis zu 30 Litern pro Kopf und Jahr in Kreta gegenüber 1 Liter und weniger hierzulande!). Dadurch werden das Fettmuster im Körper – insbesondere das von Cholesterin – äußerst positiv beeinflusst und die Verdauung angeregt. Auch andere wichtige Mikronährstoffe (Polyphenole und Aromastoffe) werden zugeführt und Vitamine aus Gemüse besser verfügbar gemacht. |
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Hinzu kommen von alters her Milchprodukte von gesunden Tieren, die im Freien natürliche Nahrung erhalten haben. Seit in den letzten Jahren die in Milchprodukten enthaltenen Bakterienkulturen genauer erforscht sind, weiß man, dass wesentliche Vorteile der mediterranen Kost auch hierauf zurückzuführen sind. |
| Hülsenfrüchte haben in westlichen und nördlichen Gefilden kaum Bedeutung auf dem Speisezettel. Südländer kaufen hingegen fast täglich reichlich Linsen, Bohnen und Erbsen unterschiedlichster Art; das liefert ihnen Ballaststoffe und vor allem hochwertige Eiweiße, die den Aminosäurepool des Körpers optimieren. |
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Ein wichtiger Faktor ist schließlich der Wein. Auch wenn immer wieder das Suchtpotential regelmäßigen Alkoholkonsums in die Waagschale geworfen wird: In südlichen Ländern wird hauptsächlich Rotwein konsumiert, und das fast ausschließlich zum Essen, selten danach. Und so beobachtet man dort viel weniger Trunkenheit und Alkoholexzesse als zum Beispiel in skandinavischen Ländern.
Beim Aufschlüsseln wichtiger Inhaltsstoffe scheint Rotwein besonders gut mit Olivenöl zu interagieren. Überhaupt muss festgehalten werden, dass das filigrane Zusammenspiel aller Inhaltsstoffe über Wochen und Monate hinweg ein wesentliches „Geheimnis“ der Mittelmeerküche darzustellen scheint. |
| Nicht zuletzt werden in den Mittelmeerländern ausschlaggebende Dinge eher weggelassen, nämlich Süßigkeiten. Auch wenn wir wissen, dass es dort ganz bezaubernde Desserts gibt. Die Art, wie man ein Essen bewertet und zubereitet, sich Zeit lässt beim Essen und kommuniziert, macht einen nicht unerheblichen Aspekt bei der gesundheitlichen Bewertung aus. Laissez-Faire, Convivialité und Far niente prägen das dortige Leben in weiten Bereichen. |
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