| Eine uralte Stadt, in die das glitzernde Mittelmeer hineinragt, vorgelagerte Felsinseln, malerische Bergketten am Horizont – wer denkt da schon an Marseille? Und doch – diese Panoramen gibt es, und dazu vieles mehr, das einen Besuch in der lange Zeit in Verruf geratenen Stadt so lohnenswert macht. Natürlich ist Marseille nicht umsonst eine Hafenstadt, und auch die alten Klischees von dunklen Docks, Prostitution und heruntergekommenen Vierteln treffen zu. Aber nach vielen Jahren von Fehlplanungen und abnehmender Lebensqualität hat sich die zweitgrößte Stadt Frankreichs (800.000 Einwohner) in den letzten zwanzig Jahren zu ihrem Vorteil verwandelt, und wenn es heute Intellektuelle, Künstler und andere Szeneleute hierher zieht, zeugt dies von der unbändigen Energie, Dynamik und Kreativität der Stadt am Meer. Und auch die legendäre Weltoffenheit Marseilles zeigt heute meist ihre schöne Seite. |
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Vom Hafen aus gelangen Sie direkt in das hoch gelegene Altstadt-Viertel „Panier“. Obwohl die Deutschen es 1944 teilweise niederbrannten, hat es seinen dörflichen Charakter bis heute bewahren können. Hier zeigt sich die Verschmelzung von Neu und Alt, Nord und Süd ganz besonders gut. Traditionelle Handwerksbetriebe und innovative Tourismuskonzepte unterstützen sich gegenseitig; in der Vieille Charité, dem ehemaligen Armenhaus der Stadt, beherbergt beispielhafte Renaissance-Architektur ein modernes Kunst- und Kulturzentrum.

Das Einwanderer-Viertel Belsunce, zwischen Panier und La Canebière gelegen, ist eine wahrhaft andere Welt und für manchen Mitteleuropäer nur schwer zu verstehen. Hier ist ein Stück Afrika – mit all seiner Buntheit, Lautstärke und sinnlichen Vielfalt wirkt es anziehend und abstoßend zugleich.
Über den ehemaligen Prachtboulevard La Canebière gelangen Sie in das heutige Flanierviertel Marseilles. Zu Füßen der Notre-Dame-de-la-Garde hat sich zwischen Quai und Rue Sainte ein typisch mediterranes Flair entwickelt: Straßencafés, schicke Bars und originelle Restaurants. Versäumen Sie nicht, auf den Hügel der Notre-Dame-de-la-Garde zu steigen – weniger wegen der Kirche als wegen des unvergleichlichen Blicks weit über den alten Hafen und die Stadt hinaus.





