Endlich loslassen, den Kopf frei bekommen, den verspannten Körper warmen Meerwasserstrudeln und dem sanften Druck geübter Hände überlassen. Die Entspannungswoche in der Provence beginnt mit zwei Rundum-Verwöhn-Tagen. Frankreich ist weltweit der größte Anbieter von Thalassotherapien. 1869 erfand der französische Arzt La Bounardière die Behandlungsmethode, die auf die Heilkraft des Meeres setzt. Anfangs wurden kaltes oder erwärmtes Meerwasser, Meeresluft, Sonne, Algen, Schlick und Sand angewendet, um Infektionskrankheiten zu behandeln. Heute hat die Therapieform mit dem Wellness-Trend neue Bedeutung für Entspannung und Wohlbefinden. In vielen Badeorten an der Mittelmeerküste findet man Hotels mit Thalasso-Zentren und eigenen Badestränden, zum Beispiel in Bandol.

Endlich loslassen, den Kopf frei bekommen, den verspannten Körper warmen Meerwasserstrudeln und dem sanften Druck geübter Hände überlassen. Die Entspannungswoche in der Provence beginnt mit zwei Rundum-Verwöhn-Tagen. Frankreich ist weltweit der größte Anbieter von Thalassotherapien. 1869 erfand der französische Arzt La Bounardière die Behandlungsmethode, die auf die Heilkraft des Meeres setzt. Anfangs wurden kaltes oder erwärmtes Meerwasser, Meeresluft, Sonne, Algen, Schlick und Sand angewendet, um Infektionskrankheiten zu behandeln. Heute hat die Therapieform mit dem Wellness-Trend neue Bedeutung für Entspannung und Wohlbefinden. In vielen Badeorten an der Mittelmeerküste findet man Hotels mit Thalasso-Zentren und eigenen Badestränden, zum Beispiel in Bandol.


| Mit den Zehen den Sand durchpflügen, die schönsten Muscheln finden, am Saum der Wellen entlang spazieren, das Salz auf der Haut spüren. Einfach die Zeit vergessen. Wegen der starken Sonneneinstrahlung sollte man es zwar nicht übertreiben, aber die Wärme und das intensive Licht des Südens fördern das körperliche und seelische Wohlbefinden und sorgen für ein ganz neues Körpergefühl. 320 Sonnentage locken nach Bandol – und feine Sandstrände, westlich vom Ort etwa die kleine Bucht Calanque de Port d’Alon. |



Immer stärker lockt das türkisfarbene Meer. Ihr Rendezvous ist in Marseille am Fuß des Forts Saint-Jean zum Frühstückskaffee an Bord eines Katamarans. Schon werden die Leinen gelöst. Das Boot ist einundzwanzig Meter lang, zehn Meter breit, es liegt sehr stabil im Wasser. Und keine Angst, „Far niente“ ist angesagt, also Nichtstun. Die freundliche Bordbesatzung steuert den Katamaran auch ohne Hilfe. Aber wer will, darf auch ein paar Handgriffe übernehmen. Der Katamaran nimmt Kurs auf die Ile de Riou. Die liegt vor dem Südzipfel der Bucht von Marseille.
| Nach einem ersten Badestopp ist es auch schon Zeit für den Aperitif und das Mittagessen an Bord. Anschließend Siesta, oder die imponierende Steilküste bewundern. Vor der Calanque d’En Vau besteht die Möglichkeit zu tauchen. Die kleine Bucht ist nur vom Wasser aus oder nach einer langen Wanderung zu erreichen. Wenn der Wind mitspielt, geht es am frühen Abend mit vollen Segeln und durchschnittlich 20 Knoten zurück nach Marseille. |





Chaotisch wirkt die Landschaft des Marseilleveyre. Als hätte der liebe Gott die Felsbrocken vom Himmel geworfen. Das letzte Stück des Weges muss zu Fuß zurückgelegt werden. Welch ein Kontrast: Ganz unten das tiefblaue Meer und oben der weiße Fels. Immerhin: Thymian und Rosmarin wachsen hier oben noch. Und hin und wieder ein paar windschiefe Bäume, zumeist Pinien. Der Weg ist ausgeschildert. Die kleine Anstrengung wird mit einem überwältigenden Blick auf die Bucht von Marseille und die vorgelagerten Inseln belohnt. Wanderer benötigen einen halben Tag, wenn sie von unten aufsteigen. Steilwände zu beiden Seiten von sage und schreibe 1.000 Hektar Fläche locken auch Kletterer von weither an.
Nach dem Abstieg zum Parkplatz Callelongue die Frage: Steht der Sinn nach einem Bummel in Marseille oder soll es gleich nach Avignon weitergehen? Dort wartet nämlich am nächsten Morgen eine Verabredung.


Szenenwechsel: Nach den schroffen, kargen Küstenfelsen verträumte Weinhänge, stille Bergdörfer, blühende Lavendelfelder. Auch diese, eigentlich vertrautere Provence erfrischt und schärft die Sinne. Von Avignon aus geht die Fahrt um 9 Uhr morgens zunächst zu dem kleinen Lavendel-Museum in Coustellet. In der Nähe von Gordes biegt der Wagen dann auf einen holprigen Pfad ab. Links und rechts wiegen sich die Lavendelbüsche. Die Linien der gepflanzten Reihen folgen sanft der hügeligen Landschaft. Bald steht die Sonne hoch am Himmel. Es ist Zeit für ein Picknick im Lavendelfeld.
| Dann wird die Staffelei ausgepackt. Vergessen wir mal ganz schnell alle Postkarten-Bilder! Bloß kein Ehrgeiz. Konzentration auf das eigene Bild. Bei Bedarf unter fachkundiger Anleitung. Vier Stunden Atmen mit der Natur: Das Sehen neu lernen, aufmerksam werden für Linien, Schattenmuster, feinste Strukturen. Diesen Malkurs wird keiner so schnell vergessen. Ein Blick auf das eigene Bild reicht später aus, damit der betörende Duft des Lavendels mitten im Alltag wieder in die Nase steigt. Und die Grillen wieder zirpen... |
















