Ein Erlebnis für die ganze Familie

Ein Erlebnis für die ganze Familie
Provence –
Ein Erlebnis für die ganze Familie

Zigeunerromantik, wilde Pferde... Die Klischees sind arg strapaziert. Camargue – damit verbinden manche nur noch Touristenrummel und überfüllte Parkplätze. Wer aber auf einem der privaten Landgüter im Rhône-Delta wohnt, erlebt diese faszinierende Gegend ganz anders. Das Mas Pin Fourcat ist das größte in der Camargue, ein Anwesen von über 200 Hektar. Es liegt am Westufer des Petit Rhône, dem kleineren der beiden Hauptarme, in die sich der Fluss vor der Mündung ins Meer teilt. Im Süden grenzt das Gut ans Mittelmeer.

Die flache Landschaft ist ideal zum Radfahren. Dabei geht es über Weiden und an Teichen vorbei, durch Reisfelder, Heide und Kiefernwälder. Zum Gutsbesitz gehört auch ein drei Kilometer langer Strandabschnitt. Ganz unter sich ist man hier zwar nicht – es gibt Ferienwohnungen für 13 Familien –, aber Platz ist immer noch genug.

Scharlachrot und Schwarz: Flamingos im Flug

Scharlachrot und Schwarz: Flamingos
Bienenfresser, das sind große, bunte Vögel. Fast so bunt wie Papageien, mit blau-gelb-rot-grünem Federkleid. Und Wiedehopfe? Zusammen mit rund 100 anderen Arten nisten sie von April bis September in der Camargue. Viele Wandervögel sind nur zu bestimmten Zeiten hier anzutreffen. Die Vögel aus nächster Nähe zu beobachten, das geht besonders gut im Vogelpark von Pont de Gau.
Einmalige Erlebnisse im Vogelpark sind garantiert
Durch das 60 Hektar große Gelände schlängeln sich kleine Wege. Immer wieder gibt es Beobachtungsposten. Hauptattraktion sind natürlich die Flamingos. Im Flug sind ihre langen Hälse und ihre noch viel längeren rosafarbenen Beine ausgestreckt. Und ihre Flügel leuchten auf der Unterseite in Scharlachrot und Schwarz. Der Vogelpark besitzt auch eine Krankenstube für verletzte Vögel. Die sind in großen Volieren untergebracht.

Das Mittelmeer im Aquarium

Das Seeaquarium liegt im Fischerhafen Le-Grau-du-Roi.
Schon mal einem Seepferdchen in die Augen geguckt? Hat es überhaupt welche? Nach einem Besuch im Meeresmuseum sollten Fragen dieser Art geklärt sein. Das Seeaquarium liegt im Fischerhafen Le-Grau-du-Roi. Hier lassen sich nicht nur viele Fische und Quallen aus dem Mittelmeerraum beobachten, sondern eben auch Seepferdchen, und zwar aus allernächster Nähe. Ja, sogar Haie. Zum Glück ist eine dicke Glasscheibe dazwischen.
Jeder Hügel entspricht der Ernte eines Tisches
Auch ein Besuch der nahegelegenen Salinen in Salin-de-Giraud lohnt sich. Mit einem Bähnchen geht es entlang der „tables“: Als „Tische“ werden die riesigen Becken bezeichnet, in denen das Meerwasser nach und nach durch die Kraft der Sonne verdunstet. Am Ende bleibt nur noch Salz übrig. Zwischen Ende August und Anfang Oktober wird hier Tag und Nacht gearbeitet. Das Salz wird zu Hügeln aufgeschüttet. Sie heißen „camelles“. Jeder Hügel entspricht der Ernte eines Tisches. Wie Dünen sehen die weißen Salzhügel aus, die sich bis zu 20 Kilometer weit aneinanderreihen.

Im Land der Gummibärchen

Im Land der Gummibärchen
In Bonn sammeln alle Kinder im Herbst tütenweise Kastanien und tauschen sie bei Haribo gegen Süßigkeiten ein. Mit den Kastanien werden dann die Rehe im Tierpark gefüttert, den das Unternehmen dort unterhält. Auch in Uzès, einem hübschen Städtchen nördlich von Nîmes, also westlich der Rhône, gibt es ein Werk der Firma Haribo. Und ein Bonbon-Museum. Da geht es um die Geschichte der Lakritz-, Fruchtgummi- und Bonbonherstellung. Kinder und Erwachsene können live an einer kleinen, eigens dafür eingerichteten Gießmaschine verfolgen, wie ein Gummibärchen entsteht. Zum Schluss darf jeder einen Chip in eine Maschine einwerfen. Die spuckt dann einen Beutel Gummibärchen aus, fix und fertig verpackt.

Ganz in der Nähe von Uzès liegt der berühmte Pont du Gard, das größte römische Aquädukt überhaupt. Wenn es dunkel wird, erstrahlt die gewaltige Brücke an Sommerabenden in blauem, rotem und grünem Licht. Das rechnergesteuerte Lichtspiel ist ein Werk des amerikanischen Künstlers James Turrell.

Schatzsuche im Weltkulturerbe

Schatzsuche im Weltkulturerbe
Die Großen lauschen noch der Stimme im Kopfhörer. Gerade erzählt sie, dass auf den unteren Rängen immer die wichtigsten Leute saßen, damals vor 2.000 Jahren. Die Kleinen klettern schon mal die steil ansteigenden Tribünen des Theaters von Orange hinauf. Sie haben es so eilig, weil sie unbedingt den Schatz finden wollen. Geländespiel in einem Weltkulturerbe. Verstreute Hinweise sind womöglich auch an der Holzbühne zu finden. Da gab es früher jedenfalls Klappen, in denen die Schauspieler verschwinden konnten. Oder vielleicht in den unteren Nischen der gewaltigen Szenenwand? Eine solche Mauer gibt es in keinem anderen römischen Theater mehr. Ursprünglich war sie teilweise mit Marmor verkleidet und mit Reliefs verziert. Das antike Theater von Orange ist zwar nicht das größte, aber das besterhaltene in ganz Europa – das in Rom konnte immerhin doppelt so viele Zuschauer aufnehmen.
Die kleinen Hinweise hier und dort helfen, dem Schatz näher zu kommen
Die kleinen Hinweise hier und dort helfen, dem Schatz näher zu kommen. Es sind allerhand Fragen zu beantworten: Wie sah eigentlich der Alltag eines Römers aus? Was sagte König Ludwig XV. über die große Bühnenrückwand? Jetzt könnte man natürlich einfach die Eltern oder den Reiseführer befragen. Aber es macht viel mehr Spaß, es selbst herauszufinden. Jeder richtigen Antwort entspricht ein Buchstabe. Zusammengesetzt ergeben sie das Passwort, das zum Schatz führt. Mehr wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten...

Mit Schutzhelm und Stirnlampe runter in die Höhle

Mit Schutzhelm und Stirnlampe runter in die Höhle

Olivgrün leuchtet das Wasser im Schein der Lampen. Kein Sonnenstrahl fällt je darauf. Nur 90 Zentimeter breit ist der Eingang zur Höhle von La Castelette am Fuß des Bergmassivs von la Sainte Baume, 40 km westlich von Marseille. Alle tragen einen Schutzhelm und Stirnlampe, wie sich das für echte Höhlenforscher gehört. Und einmal muss man sich sogar abseilen, denn das Flüsschen La Castelette hat sich in Tausenden von Jahren tief in den Stein gegraben. An den Höhlenwänden hat eindringendes Regenwasser die Oberfläche chemisch verändert. Phantastische Reliefs aus Tropfstein sind entstanden. „Meduse“, also Qualle, nennen die Höhlenexperten eine besonders schöne Stelle. Hier sieht es aus, als würde sich ein Wasserfall aus sieben Metern Höhe in den unterirdischen Fluss ergießen. Und als sei das Wasser auf seinem Weg plötzlich mit einem Schlag festgefroren.

Unterwegs auf Pferderücken

Unterwegs auf Pferderücken
Erst einmal geht es mit Sueno, Azara, Java ... ein bisschen im Kreis herum. Ist die Haltung korrekt? Wie hält man die Zügel am besten? Die Pferde bleiben ganz gelassen, sie sind absolute Profis im Umgang mit Anfängern und Gelegenheitsreitern. Ihre Chefin Estelle Thevenot gibt das Kommando zum Aufbruch. Und schon trabt die ganze Familie am Ufer der Durance entlang.

Die Reitschule Les Piboules liegt etwas nördlich von Aix-en-Provence. Sueno, Azare und Java sind drei der insgesamt 10 Pferde. Außerdem gibt es für die kleinen Gäste 25 Ponys. Die Wege sind problemlos zu bewältigen. Allmählich gewöhnen sich die Reiter an ihre Tiere, können auch die Gegend genießen. Die wird immer schöner, denn es geht auf die Bergkette des Luberon zu. Das Vorgebirge von Ansouis ist erreicht, auf den Felsen thront ein Schloss. Nach der Rückkehr werden die Pferde natürlich noch mit Stroh abgerieben. Das muss sein, auch wenn Ferien sind. Besonders den Kleinen fällt der Abschied von „ihrem“ Pony schwer.

Paddeln durch ein grünes Paradies

Paddeln durch ein grünes Paradies
Schon ein ziemliches Tohuwabohu, bis alle im Boot sitzen. Wer soll mit Papa oder Mama im Kanu sitzen? Wer darf schon allein in ein Kajak steigen? Und wem passt welche Schwimmweste? Endlich gleiten die Boote über das türkisgrüne Wasser der Sorgue. Es ist so klar, dass die grünen Gräser auf dem Grund richtig leuchten. Libellen sausen in ihrem merkwürdigen Zickzackkurs dicht über die Wasseroberfläche. Weiter vorn fliegt ein Graureiher auf.

An der Isle-aux-Castors gibt es eine kleine Pause. Castor heißt Biber, und manchmal lassen sich die pelzigen Nagetiere tatsächlich hier sehen. Auf dem letzten Abschnitt kommt noch eine klitzekleine Stromschnelle, die selbst Angsthasen Spaß macht.
Die Bootstour führt von Fontaine de Vaucluse bis nach Isle-sur-la-Sorgue
Die Bootstour führt von Fontaine de Vaucluse bis nach Isle-sur-la-Sorgue, der Antiquitätenhauptstadt Frankreichs. Acht Kilometer Paddeln durch ein grünes Paradies. Zurück geht’s im Minibus.

In dem Ort Fontaine de Vaucluse entspringt die Sorgue. Es ist die größte Quelle Europas und die fünftgrößte Quelle der Welt. Hohe Felsen umschließen das smaragdgrüne Wasser, das aus einem tiefen Schlund empor sprudelt. Im Frühjahr zur Schneeschmelze schießen hier pro Sekunde 90 Kubikmeter Wasser heraus. Zu dieser Jahreszeit ist die Paddeltour auf der Sorgue allerdings eher ein Wildwasser-Abenteuer und kein Familienspaß.