Im Nationalpark des Luberon östlich von Avignon startet unser einwöchiger Aktivurlaub Provence. Im Land der Tour de France werden Radtouristen stets mit großem Respekt behandelt. Allerdings gibt es kaum Routen, die Radler nicht mit Autos und oft auch Schwerlastverkehr teilen müssen. Anders im Luberon. Hier finden Radler einen gut ausgeschilderten Parcours von 240 km Länge, der sich weitgehend über ausgewählte kleine, wenig befahrene Sträßchen rund um das Bergmassiv des Luberon schlängelt.

Im Nationalpark des Luberon östlich von Avignon startet unser einwöchiger Aktivurlaub Provence. Im Land der Tour de France werden Radtouristen stets mit großem Respekt behandelt. Allerdings gibt es kaum Routen, die Radler nicht mit Autos und oft auch Schwerlastverkehr teilen müssen. Anders im Luberon. Hier finden Radler einen gut ausgeschilderten Parcours von 240 km Länge, der sich weitgehend über ausgewählte kleine, wenig befahrene Sträßchen rund um das Bergmassiv des Luberon schlängelt.

Sehr gut trainierte Radler schaffen die nördliche und die südliche Luberon-Route an je einem Tag. Aber das muss nicht sein. Der Parcours lässt sich auch in bequemere Tagesetappen aufteilen. Er führt durch eindrucksvolle Landschaften und einige der schönsten Orte der Provence. Das gilt besonders für die Nordroute. Menerbes mit seiner pittoresken Burg in steiler Höhe wird oft als schönster überhaupt gepriesen, hier lebte eine Zeitlang der Provence-Autor Peter Mayle.
Zauberhaft auch Bonnieux, ebenfalls an den Nordhang des Luberon geschmiegt, dessen mittelalterliche Gassen dazu einladen, vom Rad zu steigen und den Ort zu Fuß zu erkunden. Als Quartier bietet sich Forcalquier mit seiner malerischen Altstadt an. Das Städtchen liegt zwischen der Montagne de Lure und dem Luberon-Massiv, eingebettet in Lavendelfelder und terrassenartig angelegte Olivenhaine.


Hier wurde bis zur Entwicklung chemischer Farbstoffe die sandige rote Erde teils ober-, teils unterirdisch abgebaut, um daraus wertvolle Pigmente des mineralischen Farbstoffs zu gewinnen. Das Ergebnis ist eine faszinierende, kurios zerklüftete Landschaft.
Zurück in Apt – aber Ihr Bewegungsdrang ist jetzt erst richtig geweckt? Hier hilft ein Abstecher in das malerische Dorf Saignon, das sich wie ein Vogelnest an zwei skurril aufragende Felsen klammert. Gewundene Gassen, von Efeu überwachsene Torbögen, immer wieder malerische Ausblicke auf Apt und das weite Umland. Hier lädt am plätschernden Dorfbrunnen ein schönes Café ein. Auf dem Platz lässt sich die Vorratsflasche mit Trinkwasser füllen, was in der Gegend nicht selbstverständlich ist.


Ein Muss für Radsportler bleibt der Mont Ventoux trotzdem: der Olymp der Radler sozusagen. Als schönste, wenngleich nicht bequemste der drei möglichen Anfahrten gilt die Strecke von Bédoin in östlicher Richtung auf den kargen Col des Tempêtes (über Malaucène ist der Anstieg sanfter), Rückkehr über Sault, von dort durch die wunderschönen Gorges de la Nesque bis Mormoiron und über kleine Sträßchen zurück nach Bédoin.

Ein sehr guter Ausgangspunkt ist das Örtchen Monieux, von hier folgt man dem GR 9. Es gibt unterschiedlich lange Wege, die Beschilderung ist nicht immer eindeutig. Deshalb empfiehlt es sich, eine gute Wegbeschreibung und die passende Wanderkarte (IGN 3140 ET Mont Ventoux) dabei zu haben, möglichst auch einen Kompass. Wer ganz hinab auf den Grund der 300 Meter tiefen Schlucht steigen will, der braucht Kletterausrüstung.

Eine gute Möglichkeit für Einsteiger bietet der Ravin de Vabre unweit von Digne-les-Bains (ca. 90 km von Forcalquier entfernt). Die Ausrüstung: Neoprenanzug, rutschfeste Schuhe, Helm, Sitzgurt und Seile. Ein ausgebildeter Trainer führt durch die enge Schlucht. Teilweise geht es watend oder schwimmend durch das Flussbett. Felsabstürze von mehreren Metern werden durch Rutschen, Springen oder Abseilen bewältigt. Anderthalb Stunden dauert das prickelnd-nasse Abenteuer.
Entspannung nach dem Schluchtabenteuer gibt’s am Nachmittag am Ufer des Lac de Castillon oder auf dem 18-Loch-Golfplatz von Digne-les-Bains.
Erfahrene Canyonisten fiebern der großen Tour entgegen, durch den Val d‘Angouire (unweit des Städtchens Moustiers Ste-Marie). Er gilt als das Nonplusultra dieser Sportart. Fünf Stunden dauert es, die Schlucht zu durchqueren. Dabei sind Wasserfälle mit einem Höhenunterschied von bis zu 25 Metern zu überwinden.

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Nach Bergtour und Abstecher in die Unterwelt wird es Zeit, die atemberaubenden Landschaften von ganz oben zu betrachten. Als absolutes Spitzenrevier für Paragliding gilt der Startplatz bei Moustiers Ste-Marie. Nicht ohne Grund wurde hier 1991 die Weltmeisterschaft im Paragliding ausgetragen. Mögen die Gorges du Verdon auch in der Hauptsaison von Touristenmassen gestürmt werden, aus der Vogelperspektive lässt sich die Schönheit der Landschaft selbst dann in einsamer Stille genießen. |


Zu guter Letzt ein wenig Meeresluft schnuppern: Von Forcalquier erreichen Sie mit dem Wagen bequem das Hafenstädtchen Cassis unweit von Marseille (130 km). Hier befindet sich das vielleicht schönste Stück der französischen Mittelmeerküste, die Calanques. Man spricht auch oft von den Fjorden der Provence. Das ist aber geologisch ungenau. Die Calanques sind ein 20 Kilometer langer Streifen rauer, zerklüfteter Felsküste mit überaus seltener Flora und Fauna. Der Bonelli-Adler, riesige Eidechsen und die Montpellier-Natter leben hier. Kleine Buchten und tiefe Einschnitte, die ebenfalls als Calanques bezeichnet werden, prägen den Küstenabschnitt. Von Cassis aus führt ein Wanderweg an der Steilküste entlang nach Westen, der GR 98b. Sie können ihm bis Port Pin oder noch weiter folgen.
Ist es zu heiß zum Wandern, lassen sich die Buchten der Calanques auch mit dem Kajak erkunden, entweder in einer Halb- oder Ganztagestour. Die Kajak-Touren werden im benachbarten Städtchen La Ciotat angeboten. Dorthin führt eine kleine Straße, die Route des Crètes, mit ihren herrlichen Ausblicken aufs offene Meer. Wer es romantisch mag, klettert erst kurz vor Sonnenuntergang am Strand von St. Jean bei La Ciotat ins Kajak. Nach einer kurzen Einführung für Ungeübte geht es dann hinüber zur 500 Meter entfernten Ile Verte, der Grünen Insel. Und erst wenn das Hafenstädtchen La Ciotat seine abertausend Lichter anknipst, gleiten die Kajaks über das dunkle Wasser zur Küste zurück.











