
Der gesamte südländische Lebensstil führt zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass mediterrane Ernährungsweise gesund ist. Da in Mittelmeerländern kaum eine Mahlzeit denkbar ist, bei der Wein fehlt, ist Wein wie Olivenöl fester Bestandteil und damit unabdingbar verbunden mit mediterraner Küche.
Interessant sind jüngste Forschungsergebnisse aus Süditalien, die darauf hinweisen, dass weniger Alkoholsucht entsteht, wenn Jugendliche frühzeitig die Erfahrung machen, dass Wein (nicht Alkohol anderer Art) kaum süchtig macht, wenn er ausschließlich zum Essen und in geringen Mengen genossen wird. Wein schützt die Gefäße und wirkt offenbar gut gegen Diabetes, bewahrt sogar ein wenig vor Alzheimer Demenz, (was der landläufigen Meinung zu widersprechen scheint, Alkohol zerstöre Nervenzellen).
Neuere Studien über die Inhaltsstoffe lassen Rückschlüsse zu, dass bestimmte Qualitätsstufen (und auch Rebsorten) besondere Wirkung entfalten. Der Grund für die gesundheitliche Bedeutung liegt wohl in den verschiedenen Wechselwirkungen mit anderen Nahrungsbestandteilen. So wird das Lycopin aus der Tomate sowohl durch Olivenöl als auch durch Wein besser im Stoffwechsel verfügbar gemacht, also die zahlreichen so genannten „Sekundären Pflanzenstoffe“ kommen ungleich besser zur Wirkung wie wenn wir nur Wasser zum Essen trinken. Ähnliche Wechselwirkungen sind zwischen Wein und Käse bekannt. Die schönen Nebenwirkungen bei Tisch (gute Stimmung, verbesserte Kommunikation, Entspannung) nehmen wir gerne in Kauf. Allerdings müssen wir Mediziner davor warnen, dass ca. 10 % der Menschen ein erhöhtes Suchtpotential haben; diese sollten möglichst jede Form von Alkohol besser ganz meiden!
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